Eine alte Tradition
"Die Destillationskunst erlebt derzeit in der Fränkischen Schweiz einen neuen Boom. Obstbrände haben in der Mittelgebirgslandschaft eine sehr lange Tradition. Die Streuobstwiesen in den Tälern, die Heckenfrüchte auf der Jura Höhe und die Beeren aus den Mischwäldern liefern den Rohstoff für die Destilate. Vor allem rund ums Walberla, aber auch im Trubachtal gibt es noch zahlreiche Streuobstwiesen mit Kirsch-, Apfel-, Zwetschgen- und Birnenbäumen. Neben dem traditionellen Obstverkauf wurde seit jeher in dieser Gegend gebrannt. Wie viele Brennrechte es in der Fränkischen Schweiz gibt, weiß niemand so genau. Schätzungen gehen von rund 300 aus. Früher wurde vor allem für den Eigenbedarf gebrannt, heute werden die Produkte in erster Linie für den Verkauf hergestellt. Dabei hat sich in den letzten Jahren eine Generation junger Brenner herausgebildet, die qualitativ äußerst hochwertige Schnäpse und Geiste anbietet. Grundsätzlich ist anzumerken, dass Brände die reinste Form von Destillaten sind, denn sie dürfen nur den aus fruchteigenem Zucker gewonnenen Alkohol enthalten. Die meisten Hausbrennereien setzen auf traditionelle Herstellung. Die Edelobstbrände und -geiste reifen im Glasballon oder manchmal auch in Eichenfässern. Das Ergebnis eines sorgfältigen Produktionsprozesses sind Obstbrände mit vollem Aroma, angenehmer Milde und fruchtigem Geschmack."
Auszug aus "Fränkische Schweiz" von Siebenhaar/Müller, mit freundlicher Genehmigung des Michael Müller Verlag
|